Fußverkehr
1) Befürworten Sie die Einrichtung von verkehrsberuhigten Bereichen in Straßenabschnitten, in denen die Mindestfußwegbreite (1,5 m) nicht gegeben ist, zum Beispiel im Völkerviertel?
Ja, das befürworten wir. Wo Gehwege zu schmal sind, müssen Straßen als gemeinschaftliche Flächen begriffen werden. Das erhöht die Sicherheit z.B. im Völkerviertel und stärkt das Miteinander.
Bündnis 90/Die Grünen befürworten die Einrichtung von verkehrsberuhigten Bereichen in allen Straßenabschnitten, in denen die Mindestfußwegbreite von 1,50 m nicht gegeben ist. Wir hoffen, mit solchen Maßnahmen einen Beitrag zur Gleichberechtigung der unterschiedlichsten Verkehrsteilnehmer zu leisten
Uns liegt der Schutz aller Verkehrsteilnehmer in Hofheim am Herzen. Besteht eine Gefahr z.B. für Fußgänger so sind wir immer gerne bereit eine Anpassung in Straßenabschnitten zu prüfen und dann umzusetzen.
Ja. Aber das Hauptproblem in Hofheim sind klassifizierte Straßen mit hohem Kfz- u. Fußgängeraufkommen in den Ortsteilen mit Gehwegbreiten von unter 1 m (Beispiel: L 3011 in Lorsbach [rd. 10.000 Kfz/24h] im Kreuzungsbereich L 3368: Gehwegbreite: 67 cm). Bei schmalen Bürgersteigen müssen Fußgänger gelegentlich auch auf die Straße ausweichen, und das schafft gefährliche Situationen, die auch den Fahrzeugverkehr betreffen (oft beobachtete Situation: Person mit Kinderwagen und ggf. noch einem Kleinkind an der Hand muss an einer auf dem Gehweg stehenden Mülltonne vorbei).
Ja, insbesondere dort, wo Gehwegbreiten dauerhaft unter Mindestmaß liegen (auch in den Stadtteilen z.B. Wildsachsen). Verkehrsberuhigte Bereiche können bei Verzicht auf weitere Verkehrsraumgestaltung kostengünstiger realisiert werden und erhöhen Sicherheit so ohne größere Investitionen. Frequent genutzte Durchfahrtsstraßen oder kaum genutzte Anliegerstraßen eignen sich hierfür jedoch grundsätzlich nicht.
Die Straßenbaubehörde kann als Maßnahme zur Verkehrsberuhigung einzelne Straßen oder Bereiche (z.B. Wohngebiete) in verkehrsberuhigte Bereiche umwandeln. Voraussetzung ist hierbei, dass sie nur von sehr geringem Verkehr frequentiert werden und über eine hohe Aufenthaltsfunktion verfügen bzw. zukünftig verfügen werden.“ (Leitfaden zur Verkehrsberuhigung in Kiezen der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz Berlin). Die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs sollte dementsprechend einzelfallbezogen geprüft werden. Alternativ könnte die Sicherheit auf dem Fußweg durch Fahrbahnmarkierungen oder Pylonen, welche die Mindestbreite des Bürgersteigs kenntlich machen, auch ohne bauliche Änderungen, erhöht werden.
2) Wie stellen Sie sich vor die Barrierefreiheit auf Fußwegen sicherzustellen, z.B. wo sie durch parkende Pkw eingeschränkt wird?
Gehwege müssen frei bleiben. Wir setzen auf konsequente Kontrollen und bauliche Maßnahmen (z.B. Poller oder Pflanzkübel), damit Kinderwagen und Rollstühle nicht auf die Fahrbahn ausweichen müssen. Unser Wunsch ist die Stärkung der Stadtpolizei, um Kontrollen zu gewährleisten.
Die Barrierefreiheit auf Fußwegen sicherzustellen, kann nur durch eine Kombination von baulichen Maßnahmen, konsequenten ordnungsrechtlichen Maßnahmen und einer grundsätzlichen durchdachten Planung funktionieren. Dabei ist die grundsätzliche Planung mit Sicherheit die einflussreichste Möglichkeit.
Die CDU setzt sich mit Nachdruck für eine barrierefreie Gestaltung unserer Stadt ein. Dazu gehören unter anderem ein rollstuhlgerechter Pflasterstreifen in der Hauptstraße sowie der konsequente Ausbau barrierefreier Fußüberwege. Barrierefreiheit verstehen wir als wichtigen Beitrag zu mehr Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger.
Das Parken auf Gehwegen ist generell verboten und nur dort zulässig, wo entsprechende Schilder dies vorgeben. Sollten Fahrzeuge unberechtigt auf Gehwegen parken, so ist dies ein Problem der Umsetzung von Ge- und Verboten. Da dieses immer wieder vorkommen kann, helfen leider nur bessere Kontrollen des Ordnungsamtes. Man könnte zusätzlich die Einführung einer Handy-Software in Erwägung ziehen, mit der auch Privatpersonen eine Ordnungswidrigkeit den Behörden melden können.
Konsequente Parkraumüberwachung und straßenbauliche Eingrenzung, klare Markierungen, Barrierefreiheit muss bei jeder Sanierung Standard sein. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage sind umfängliche Maßnahmenpakete nur möglich, wenn ohnehin Straßenzüge zur grundhaften Sanierung anstehen.
Viele Kreuzungsbereiche zentraler Hofheimer Straßen verfügen bereits über Bordsteinabsenkungen und Markierungen für Menschen mit Seebeinträchtigungen. Gemeinsam mit dem Inklusionsbeirat sollte überprüft werden, ob diese baulichen Maßnahmen an weiteren Kreuzungen vorgenommen werden sollten, um die Barrierefreiheit weiter zu erhöhen. Die Straßenverkehrsordnung gibt bereits vor, dass auf Kreuzungen oder auf Gehsteigen (außer es ist durch eine entsprechende Beschilderung explizit erlaubt) nicht gehalten werden darf. Dementsprechend ist die Barrierefreiheit durch Kontrollen des ruhenden Verkehrs durch die Stadtpolizei sicherzustellen.
3) Wie stehen Sie zur Einrichtung von Querungshilfen für Fußgänger wie sie z.B. im Nahmobilitäts-Check für die Kernstadt und Marxheim entlang von Niederhofheimer Straße, Elisabethenstraße und Rheingaustraße oder von Ortsbeiräten vorgeschlagen wurden?
Absolut sinnvoll. Besonders an den genannten Hauptverkehrsstraßen sind sie essenziell, um die Barrierewirkung der Straßen aufzuheben und Stadtteile sicher zu vernetzen.
Die Grünen sind große Anhänger des Nahmobilitäts-Checks wie er für die Kernstadt und Marxheim bereits vorliegt. Wir wünschen uns einen solchen Nahmobilitäts-Check und die konsequente Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen für alle Ortsteile. Wir begrüßen Querungshilfen wie sie dort vorgeschlagen werden 100-prozentig. Wir sehen die Fußgänger in Hofheim noch immer in die Enge getrieben. Ein wichtiges politisches Ziel von uns ist es, dies zu ändern.
Ein Nahmobilitäts‑Check für die Kernstadt und für Marxheim – insbesondere entlang der Niederhofheimer Straße, der Elisabethenstraße und der Rheingaustraße – wäre aus unserer Sicht sehr sinnvoll. Auch die Vorschläge der Ortsbeiräte verdienen dabei ausdrücklich Unterstützung. Ein solcher Check kann helfen, Wege sicherer, komfortabler und attraktiver zu gestalten und damit die Nahmobilität für alle Bürgerinnen und Bürger weiter zu stärken.
Wenn es sinnvoll oder notwendig ist, sollten Querungshilfen an den entsprechenden Stellen geschaffen werden (z.B. Bedarfsampel Elisabethenstr. / Neugasse).
Die in den einzelnen Vertiefungsbereichen vorgeschlagenen Querungen sind zumindest abschnittsweise zu engmaschig und somit auf den Durchfahrtsachsen zu stark in den Verkehrsfluss eingreifend. Selektiv betrachtet fehlen aber Optionen, insbesondere am südlichen Ortseingang, eine weitere Priorisierung sollte nach Unfall- und Schulwegdaten erfolgen.
Wir halten es für notwendig, die Querungsmöglichkeiten für Fußgängerinnen und Fußgänger bei viel befahrenen Straßen zu verbessern. In diesem Zusammenhang kann beispielsweise auf einen Antrag aller Fraktionen im Ortsbeirat Langenhain zur Oranienstraße verwiesen werden (LGH2022/020).
4) Wie lange sollte ein Fußgänger maximal an einer Ampel warten müssen, bevor er grün bekommt?
Die Priorität muss sich verschieben. Eine Wartezeit von maximal 30 bis 45 Sekunden sollte das Ziel sein, um den Fußverkehr gegenüber dem fließenden Kfz-Verkehr nicht zu benachteiligen.
Wir würden uns wünschen, dass Fußgänger maximal 60 Sekunden auf das Grünwerden der Ampel warten müssten. Wobei wir der Meinung sind, dass auf Schulwegen die Wartezeiten für Schulkinder während der üblichen Schulwege-Zeiten noch erheblich kürzer sein müssen, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.
Eine Fußgängerampel sollte so geschaltet sein, dass niemand unnötig lange warten muss. Moderne Ampelanlagen sorgen dafür, dass die Wartezeit für zu Fuß Gehende in einem angemessenen Rahmen bleibt und sich automatisch an die Verkehrssituation anpasst. Ziel ist immer, zügig und sicher Grün zu bekommen – damit Wege komfortabel bleiben und die Mobilität für alle gut funktioniert. Die Wartezeiten sollten zwischen rund 10 und 30 Sekunden. Bei komplexen Kreuzungen wären auch etwa 30 bis 60 Sekunden denkbar.
Die Wartezeit für Fußgänger sollte so gering wie möglich sein, also sehr gerne sofortiges Grün für die Fußgänger. Das ist bei einigen Bedarfs-Ampeln bereits zu beobachten, aber die Ampelschaltungen geben dem Fahrzeugverkehr eine Mindestdauer für die Durchfahrts-Phasen, bevor den Fußgängern erneut ein Übergang gewährt wird. Hierzu eine grundsätzliche Überlegung: Fußgängerampeln sind generell immer für Fahrzeuge grün. Das manifestiert eine seit Generationen als selbstverständlich hingenommene Ungleichbehandlung zwischen den Verkehrsteilnehmern in Ortschaften und Städten zum Nachteil des Fußgängerverkehrs. Man könnte sich auch vorstellen, dass Fußgängerampeln generell für Fußgänger grün sind und nur bei der Annäherung von Fahrzeugen grün für die Fahrzeuge geben – mit umgekehrten Konsequenzen einer Mindestwartezeit, die derzeit den Fußgängern auferlegt wird. Warum geben wir dem Fahrzeugverkehr Vorrang in von Menschen dicht besiedelten und hoch frequentierten Gebieten?
Etwa 30–60 Sekunden maximal im Regelfall; längere Wartezeiten führen zu Rotlichtverstößen und mindern die Akzeptanz.
Angesichts der Diversität unseres Verkehrs lässt sich die Frage nicht pauschal beantworten. Bedarfsampeln, die nur aktiviert werden, wenn Fußgängerinnen und Fußgänger eine Straße überqueren wollen, haben andere Rahmenbedingungen als Ampeln an großen Kreuzungen mit Fußverkehr, Radfahrenden, ÖPNV-Spuren und PKW-Verkehr oder Ampeln, die miteinander verknüpft („Grüne-Welle“) sind. Aus Sicht der Hofheimer SPD sollten die Ampeln dazu beitragen, dass alle Verkehrsteilnehmenden sicher am Straßenverkehr teilnehmen können.
Mobilität für Senioren
5) Senioren wollen und sollen eigenständig mobil sein. In der Realität stehen mobilitäts-eingeschränkte Menschen oftmals vor unüberwindbaren Hürden. Wie stehen Sie zu einer Umsetzung von barrierefreie Verkehrsanlagen?
Barrierefreiheit ist kein „Nice-to-have“, sondern ein Grundrecht. Wir wollen den konsequenten, unverzögerten Umbau von Bushaltestellen und die Absenkung von Bordsteinen an allen Kreuzungen, so schnell es die finanzielle Haushaltslage zulässt.
Die Umsetzung von barrierefreien Verkehrsanlagen wie z.B. der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen ist keine freiwillige Leistung sondern eine Pflichtaufgabe, die gesetzlich geboten ist auf der Grundlage des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/882. Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur für eine barrierefreie und selbstbestimmte Mobilität ist ein ganz wichtiges Anliegen der Hofheimer Grünen.
Barrierefreie Verkehrsanlagen sind für uns ein zentraler Baustein, um Seniorinnen und Senioren echte Mobilität und damit Selbstständigkeit zu ermöglichen. Viele Menschen stoßen im Alltag auf Hindernisse, die vermeidbar wären – genau deshalb unterstützen wir die konsequente Umsetzung barrierefreier Lösungen ausdrücklich. Im Wahlprogramm wird das klar benannt: Die CDU setzt sich für einen durchgehenden, rollstuhlgerechten Streifen in der Hauptstraße ein und führt den Ausbau barrierefreier Fußüberwege „konsequent fort“. Barrierefreiheit bedeutet Lebensqualität, Sicherheit und Teilhabe – und wir wollen, dass Hofheim hier Schritt für Schritt weiter vorangeht.
Barrierefreiheit muss realisiert werden (mit und ohne gesetzliche Grundlage), bedeutet aber leider erhöhten Aufwand und damit erhöhte Kosten. Bei Neuanlagen sollte die Realisierung kein Problem sein, aber die Schaffung von Barrierefreiheit im Bestand bedeutet auch leider oft hohe Kosten und eine lange Umsetzungsdauer. Trotzdem muss Barrierefreiheit auch dort umgesetzt werden! Dringend ist der Umbau auch des Busteiges 5 am ZOB, so dass auch der Stadtbus am ZOB barrierefrei zugänglich ist.
Barrierefreiheit ist Grundvoraussetzung, kein Luxus: Abgesenkte Bordsteine, taktile Leitsysteme (Hinzutreten altersbedingter Seheinschränkungen), ausreichend Sitzmöglichkeiten und sichere Querungen, möglichst integriert in ohnehin geplante Baumaßnahmen.
Alle Verkehrsteilnehmenden – insbesondere Fußgängerinnen und Fußgänger, Kinder, Seniorinnen und Senioren – müssen sich in Hofheim sicher bewegen können. Barrierefreiheit ist dafür die Grundvoraussetzung. In der laufenden Wahlperiode haben wir uns deshalb auch mit zwei Anfragen dem barrierefreien Aus- bzw. Umbau von Bushaltestellen und des Lorsbacher Bahnhofs gewidmet (STV2021/176 und STV2022/095). Die Hofheimer SPD lehnt eine Verschiebung des barrierefreien Umbaus von Bushaltestellen als Sparmaßnahme ab.
Mobilität für Kinder
6) Kinder sollten eigenständig ihre Schulwege bewältigen können. Befürworten Sie die Einrichtung von Schulstraßen (temporäre Sperrung von Straßen für den Kraftfahrzeugverkehr zu Schulbeginn und -ende)?
Die Sicherheit unserer Kinder auf dem Schulweg ist für die BFH ein zentrales Anliegen, weshalb wir der Einrichtung von Schulstraßen grundsätzlich offen gegenüberstehen, sofern diese als Teil eines durchdachten Gesamtkonzepts fungieren. Uns ist bewusst, dass reine Sperrungen oft nur zu einer Verlagerung des „Elterntaxi-Chaos“ in die angrenzenden Straßenzüge führen, weshalb wir hier vor allem auf intelligente Verkehrsführung statt auf bloße Verbote setzen. Ein vielversprechender, kostenneutraler Ansatz ist hierbei die Prüfung von Ringverkehren nach dem Vorbild der Montessori-Schule, um den Verkehrsfluss zu ordnen und gefährliche Wendemanöver zu vermeiden. Da die rein pädagogische Einwirkung der Schulen auf das Elternverhalten oft an Grenzen stößt, möchten wir im engen Dialog mit Elternbeiräten und Anwohnern prüfen, wo solche baulich bereits möglichen Ringlösungen oder temporäre Einbahnstraßenregelungen den Schulbereich effektiv entlasten können. Unser Zielbleibt es, durch solche pragmatischen Verkehrsversuche die Eigenständigkeit der Kinder zu fördern und einen sicheren Raum für den täglichen Schulweg zu schaffen, ohne dabei neue Engpässe in der Nachbarschaft zu provozieren.
Die Einrichtung von Schulstraßen, d.h. temporären Sperrungen von Straßen für den Kraftfahrzeugverkehr wäre eine Möglichkeit, Eltern die große Sorge zu nehmen, während ihre Kinder alleine im Straßenverkehr unterwegs sind. Wir gehen davon aus, dass nahezu alle Grundschulkinder dann den Schulweg tatsächlich alleine bewältigen könnten.
Die Sicherheit unserer Schulkinder hat für uns höchste Priorität, und dazu gehört auch, dass sie ihre Wege selbstständig und ohne gefährliche Verkehrssituationen bewältigen können. Schulstraßen können dabei ein wirksames Instrument sein, weil sie zu Stoßzeiten den Verkehr reduzieren und den Raum vor Schulen spürbar sicherer machen. Die CDU ist jederzeit bereit, solche Maßnahmen zu prüfen – gemeinsam mit Schulen, Eltern, Anwohnern und Fachstellen. Wichtig ist für uns, dass jede Lösung vor Ort passt, praktikabel ist und tatsächlich zu mehr Sicherheit führt. Wenn Schulstraßen dazu beitragen, unterstützen wir diesen Weg gerne.
Ja. Der Hol- und Bringverkehr schafft letzten Endes seine eigene Gefährdung.
Ja, Schulstraßen können sich als ein kostengünstiges Instrument für mehr Sicherheit und weniger Elterntaxi-Verkehre erweisen. Das Vorschalten eines Pilotprojektes an einer stark belasteten Schule wäre sinnvoll.
Als Hofheimer SPD setzen wir uns dafür ein, dass alle Schülerinnen und Schüler ihren Schulweg sicher und zuverlässig bewältigen können. Oft sind es diese Faktoren, die Eltern dazu bewegen, ihre Kinder in die Schule zu bringen, anstatt sie allein auf den Weg zu schicken. Die Erhöhung der Zuverlässigkeit des ÖPNV würde auch generell dazu führen, dass mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen würden. Nach einer Statista Umfrage gaben 45,2% der Befragten an, sie wären motiviert, den öffentlichen Nahverkehr häufiger zu nutzen, wenn er zuverlässiger wäre (https://de.statista.com/infografik/1033/was-menschen-motivieren-wuerde-den-oepnv-haeufiger-zu-nutzen). Wenn sich Eltern und Kinder darauf verlassen könnten, dass Bus und Bahn (pünktlich) wären und man nicht Gefahr laufen würde, den Schulbeginn zu verpassen, wäre dies ein wichtiger Schritt. Darauf sollte der Main-Taunus-Kreis bei seiner Verkehrsgesellschaft (MTV) und beim RMV entschlossen hinwirken. Weniger kreuzende und haltende Fahrzeuge in unmittelbarer Umgebung der Schulen können zur Erhöhung der Sicherheit auf dem Schulweg beitragen. Deshalb könnten Schulstraßen ein geeigneter Lösungsansatz sein. Gem. § 45 Abs. S. 1 Nr. 6 aE. StVO können die Straßenverkehrsbehörden die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken verbieten, um geplante verkehrssichernde oder verkehrsregelnder Maßnahmen zu erforschen. Wir können uns vorstellen, dass die Stadt Hofheim in enger Kooperation mit den Schulen, den Eltern sowie den Schülerinnen und Schülerinnen temporär eine Schulstraße einrichtet und evaluiert, um daraus weitere Rückschlüsse zu ziehen. Daneben sollte jedoch auch die Förderung alternativer Mobilitätsformen in den Blick genommen werden.
ÖPNV
Vorbemerkung ÖPNV: Ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr verbindet unsere Stadtteile und erleichtert den Zugang zu Arbeit, Bildung, Kultur und Freizeit. Das On-Demand-Shuttle Colibri ist dabei ein wichtiger Baustein für flexible Mobilität. Gleichzeitig müssen Taktung und Liniennetz des öffentlichen Nahverkehrs besser auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort abgestimmt werden.
7) Wie stellen Sie sich die Sicherstellung einer leichteren Verbindung zwischen den Hofheimer Stadtteilen und zu den Nachbarkommunen vor?
Wir setzen auf den Ausbau von On-Demand-Angeboten (wie den „Colibri“) und eine bessere Taktung der Querverbindungen zwischen den Vororten, ohne zwingend über den Bahnhof Kernstadt fahren zu müssen. Hierbei muss allerdings aufgrund der Haushaltslage des Vertrags und Gebührenstruktur überarbeitet werden, da die Momentan hohe Belastung schwer tragbar ist und eine dauerhafte Verteuerung des Wohnens in Hofheim nach sich zieht.
Die Grünen begrüßen ausdrücklich die Fortschreibung des Nahverkehrsplans Main-Taunus-Kreis 2025 und das darin enthaltenen Leitbild mit Visionen und Zielen. Es finden sich darin gute Ansätze für eine leichtere Verbindung zwischen den Hofheimer Stadtteilen und zu den Nachbarkommunen. Einen guten Beitrag zur Verbindung der Hofheimer Stadtteile untereinander leistet das elektrisch betriebene On-Demand-Shuttle Colibri, dessen Verstetigung und Ausweitung des Angebotes auf die Nachbarkommunen wir uns wünschen. Große Hoffnungen setzen wir für die ganze Region in eine möglichst zügige Weiterentwicklung des Vorhabens Haltepunkt Wallau/Delkenheim mit Bus- und Radanbindung sowie Park- und Ride-Stellplätzen. Die Stärkung der Verknüpfung des ÖPNV mit dem Fuß- und Radverkehr an allen Orten ist den Grünen ein wichtiges Anliegen.
Eine leichtere und verlässlichere Verbindung zwischen den Hofheimer Stadtteilen und zu den Nachbarkommunen ist uns ein wichtiges Anliegen, weil sie Mobilität im Alltag spürbar erleichtert und gleichzeitig umweltfreundliche Wege stärkt. Im Wahlprogramm setzen wir deshalb auf eine moderne, sichere und gut vernetzte Mobilität. Dazu gehören bessere Rad‑ und Fußwege, klare und sichere Querungen sowie durchgängige Verbindungen, die auch für Kinder und ältere Menschen gut nutzbar sind. Ebenso wollen wir bestehende Lücken im Wegenetz schließen und prüfen, wo neue Verbindungen sinnvoll sind – sei es zwischen den Stadtteilen oder in Richtung der umliegenden Kommunen. Auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und eine gute Abstimmung mit dem RMV spielen dabei eine wichtige Rolle. Unser Ziel ist ein Hofheim, in dem Wege unkompliziert, sicher und nachhaltig zurückgelegt werden können und in dem alle Stadtteile gut miteinander verbunden sind.
Die Stadtbusse müssen auch in den Abendstunden und am Wochenende verkehren. Die Bus-verbindungen nach Wiesbaden (über Diedenbergen und Wallau) müssen verbessert werden, der X26 sollte wieder im Halbstundentakt fahren.
Bessere Tangentialverbindungen zwischen Stadtteilen und angrenzenden Kommunen sind nur im Einzelfall durch neue Linienbusverbindungen finanziell abbildbar. Bedarfsgesteuerte Angebote (On-Demand-Shuttle) wie „das Colibri“ tragen eher zur Lösung bei.
Das Colibri ist ein Erfolgsmodell und sollte -im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten- langfristig ausgeweitet werden. Wäre das Colibri nicht nur in Hofheim, sondern auch in den Nachbarkommunen verfügbar, würde dies viele Vorteile bieten und die Nahmobilität auf ein neues Level heben.
8) Befürworten Sie eine zuverlässigere Anschlusssicherung (S-Bahn <-> Bus) für den Umstieg am Bahnhof Hofheim. Welche Möglichkeiten sehen Sie dort?
Eine digitale Echtzeit-Vernetzung ist Pflicht. Busse müssen bei geringfügigen S-Bahn-Verspätungen kurz warten können. Wir sehen hier Potenzial in einer besseren Kommunikationstechnologie zwischen RMV und lokalen Verkehrsbetrieben.
Die Hofheimer Grünen setzen sich ein für die Entwicklung des zentralen Busbahnhofs (ZOB) mit dem Regional- und S-Bahnhof zum barrierefreien und sicheren Zentrum der städtischen Mobilität. Diese Entwicklung wird auch zu einer zuverlässigeren Anschlusssicherung beitragen und das Umsteigen zwischen den lokalen und regionalen Buslinien und der S-Bahn erleichtern. Auch eine noch bessere Aufeinanderabstimmung der Verkehre von MTV und RMV, auch im Verspätungsfall, wäre wünschenswert.
Eine zuverlässigere Anschlusssicherung zwischen S‑Bahn und Bus am Bahnhof Hofheim ist uns sehr wichtig, denn sie erleichtert vielen Menschen den Alltag und macht den öffentlichen Nahverkehr insgesamt attraktiver. Im Wahlprogramm betonen wir, dass Mobilität verlässlich, sicher und gut vernetzt sein muss – genau hier setzt eine bessere Abstimmung der Verkehrsmittel an. Sinnvoll sind aus unserer Sicht vor allem eine engere Taktung der Busse zu den Hauptankunftszeiten der S‑Bahn, eine verbesserte Kommunikation bei Verspätungen sowie eine enge Abstimmung mit dem RMV, um praktikable Lösungen zu finden. Gerade weil die S2 in den vergangenen Jahren immer wieder durch Unzuverlässigkeit aufgefallen ist, braucht es hier klare Verbesserungen. Unser Ziel ist, dass Umstiege am Bahnhof Hofheim stressfrei funktionieren und der öffentliche Nahverkehr als echte Alternative gestärkt wird.
Ja, natürlich. Insbesondere wenn die Busse nur stündlich verkehren, sind Umsteigezeiten von 4-5 Minuten zu knapp, da man bei der S2 immer mit 5-10 Minuten Verspätung rechnen muss. Die Anschlüsse müssen nicht nur an die S-Bahn von und nach Frankfurt angepasst sein, sondern auch an die von und nach Eppstein und damit nach Lorsbach. Das gilt auch für den Stadtbus nach Langenhain und Wildsachsen, da es aus Lorsbach keine direkte Verbindung in diese Stadtteile gibt. Wenn die S2 wieder zu einem 15-Minuten-Takt zurückkehren würde, wäre das Anschluss-Problem weitgehend gelöst. Gleiches gilt natürlich für kürzere Taktungen der Busse (s.u.).
Ja. Echtzeit-Kommunikation zwischen Bus und Bahn, kurze Übergangszeiten im Fahrplan berücksichtigen, ggf. muss der Bus bei S-Bahn-Verspätung warten. Die tägliche Performance ist aber seit mehreren Jahren eine absolute Katastrophe.
Selbstverständlich würden wir eine zuverlässige Anschlusssicherung für den Umstieg am Bahnhof begrüßen. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass die Einflussmöglichkeiten der Stadt Hofheim begrenzt sind. Die (über)regionalen Busse und Bahnen sind verschiedenen äußeren Zwängen ausgesetzt. Deshalb sollte sich zunächst auf die Buslinien fokussiert werden, die ausschließlich in Hofheim verkehren und die Zwangspunkte dementsprechend am ehesten beeinflusst werden können.
9) Wie stehen Sie zu einer höheren Takthäufigkeit des Busverkehrs?
Ein attraktiver ÖPNV braucht den 15- oder 30-Minuten-Takt, auch in den Randzeiten, um eine echte Alternative zum Pkw zu bieten. Allerdings sehen wir in der Finanzierung einer häufigeren Taktung und der enormen finanziellen Belastung aller Kommunen im MTK wenig Chancen einer für uns sinnvollen Ausweitung.
Wichtiger als eine höhere TakthäufigkeiWichtiger als eine höhere Takthäufigkeit des Busverkehrs ist den Grünen die Zuverlässigkeit der Verbindungen. Ein hoher Takt nutzt nichts, wenn Fahrten aufgrund von Personalmangel o.ä. ausfallen müssen. Wenn in weitere Ressourcen investiert werden soll, dann in die räumliche und zeitliche Erweiterung des Netzes, insbesondere, was die Anbindung der Ortsteile und Nachbarkommunen angeht.
Eine höhere Takthäufigkeit im Busverkehr kann den Alltag vieler Menschen spürbar erleichtern, und grundsätzlich stehen wir Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr offen gegenüber. Im Wahlprogramm betonen wir, dass Mobilität verlässlich, sicher und gut erreichbar sein soll – dazu gehört auch ein attraktives Busangebot. Gleichzeitig ist klar, dass dichtere Takte zusätzliche Kosten verursachen, die dauerhaft finanziert werden müssen. Deshalb ist für uns wichtig, jede Ausweitung sorgfältig zu prüfen: Wo besteht tatsächlich ein erhöhter Bedarf, wo bringt ein dichterer Takt einen echten Mehrwert und wie lässt sich das verantwortungsvoll im Haushalt abbilden. Wenn diese Punkte zusammenpassen, unterstützen wir eine Verbesserung des Angebots gerne.
Busse, die nur im Stundentakt verkehren, sind als Alternative zum Auto nicht attraktiv. Zudem würde der ZOB entlastet, wenn die Busse diesen zur Anschluss-Sicherung nicht fast gleichzeitig anfahren müssten, sondern mit etwas zeitlichem Versatz, aber eben häufiger, so dass keine überlangen Wartezeiten entstehen.
Grundsätzlich ja, ist wegen Haushaltslage gezielt auf nachfragestarken Linien und zu Pendlerzeiten zu priorisieren. Es steht aber für den Main-Taunus-Kreuz ab 2027 (turnusgemäße MTV-Ausschreibung der Bestandslinien) zu befürchten, dass wegen den Preissteigerungen nicht einmal der bisherige Standard gehalten werden kann.
Wie bereits ausgeführt, sollte die Taktung von Bus und Bahn an die Bedürfnisse vor Ort angepasst werden. Dies bedeutet für uns aber nicht, dass auf jeder Linie und zu jeder Uhrzeit die Busse mit der größten Kapazität fahren müssten. Stattdessen sollten verschiedene Busgrößen sowie das Colibri aufeinander abgestimmt werden. So wäre es eine Möglichkeit, das Colibri-Angebot auszuweiten, um auch tagsüber Lücken in Taktung- und Verbindung ausfüllen zu können.
Radverkehr
Vorbemerkung Radverkehr: Nicht zuletzt durch die zunehmende Nutzung von E-Bikes, hat auch in Hofheim, mit seinen Stadtteilen und den zahlreichen Höhenmetern, der Radverkehr an Bedeutung gewonnen. Eine gute Fahrradinfrastruktur kann einen wichtigen Beitrag für eine moderne und klimafreundliche Mobilität in Hofheim leisten. Deshalb setzen wir uns für den Ausbau sicherer, durchgängiger und gut ausgeschilderter Radwege ein.
10) Befürworten Sie den Bau der Fahrrad- und Fußgängerbrücke von der Kernstadt zum Hochfeld?
Den Bau der Fahrrad- und Fußgängerbrücke von der Kernstadt zum Hochfeld lehnen wir als nicht finanzierbar auf jeden Fall jetzt schon ab.
Grundsätzlich ja, aufgrund der Finanzlage der Stadt Hofheim sehen wir allerdings in den nächsten 5 Jahren keine Chance auf eine Realisierung.
Die Fuß- und Radbrücke zwischen Marxheim und der Kernstadt ist ein zentrales Projekt für den Fuß- und Radverkehr in Hofheim. Aufgrund der derzeitigen Haushaltssituation fehlen für eine Umsetzung zurzeit allerdings leider schlicht die Mittel. Das Projekt wird von uns langfristig weiterverfolgt.
Der Bau einer Fahrrad‑ und Fußgängerbrücke vom Hochfeld in die Kernstadt kann aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt sein, um Wege sicherer und alltagstauglicher zu machen. Besonders die Sicherheit von Radfahrenden und Fußgängerinnen und Fußgängern liegt uns am Herzen – genau hier setzt eine solche Verbindung an, weil sie eine direkte, vom Autoverkehr getrennte Route schafft. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass ein Projekt dieser Größenordnung erhebliche Kosten verursacht und die aktuelle finanzielle Lage der Stadt sehr sorgfältige Abwägungen erfordert. Im Wahlprogramm betonen wir, dass Investitionen in Mobilität und Sicherheit sinnvoll sind, aber immer im Einklang mit einer verantwortungsvollen Haushaltsführung stehen müssen. Deshalb unterstützen wir das Ziel einer sicheren Verbindung grundsätzlich, möchten aber eine solide Prüfung der Kosten, Fördermöglichkeiten und langfristigen Auswirkungen sicherstellen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.
Grundsätzlich wäre eine Fuß- und Radwegbrücke wünschenswert. Die geplante Rad- und Fußweg-Brücke ist jedoch auf absehbare Zeit nicht finanzierbar. Sie müsste auch für mobilitätseingeschränkte Menschen nutzbar sein (Treppe mit Aufzug), was die derzeitige Planung nicht gewährleistet. Ebenso halten wir den Zugang zu den Bahnsteigen für sinnvoll. Das erhöht allerdings die Kosten weiter.
Ein Festhalten an der Absicht, dort eine derartige weitere Querung der L 3011 zu errichten, verkennt – auch langfristig – die kommunale Finanzlage. Wir müssen eher auf einen wesentlich kleineren Maßstab der geplanten Wohnbebauung in den Römerwiesen setzen.
Die Idee der Fahrradbrücke hat bereits eine lange Historie. So hatte sich auch Stadtrat aD. Bernhard Köppler in seinem Bürgermeisterwahlkampf für eine Brücke eingesetzt und die SPD im Ortsbeirat Kernstadt einen Antrag für eine Machbarkeitsstudie gestellt (KERN2020/028). Auch in der jüngeren Vergangenheit haben wir die Planungen unterstützt. Allerdings mussten wir angesichts der Kostenexplosion sowie der städtischen Haushaltskrise, zumindest vorerst, von den Planungen Abstand nehmen.
11) Befürworten Sie die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen in Hofheim?
Ja, als Teil eines durchgängigen Netzes. Fahrradstraßen bieten Sicherheit und machen das Radfahren für alle Altersgruppen attraktiver.
Die Einrichtung von Fahrradstraßen ist eine gute Möglichkeit zur Förderung des Radverkehrs. Darüber hinaus fordern wir die weitere Ausweisung von Tempo 30, um ein besseres Miteinander von Fahrrad- und motorisiertem Individualverkehr zu ermöglichen. Noch wichtiger als innerstädtische Fahrradstraßen ist den Grünen die Verbindung der Ortsteile untereinander. Hier muss noch viel getan werden. Seit Juli 2025 ist die einzige barrierearme Fuß- und Radverbindung zwischen Wallau und dem Gewerbegebiet Wallau unterbrochen. Der Bürgermeister hat in der Sitzung des Ortsbeirates Wallau am 05.02.2026 keine Bereitschaft gezeigt, für die Wiederherstellung dieser Verbindung Mittel im Haushalt vorzusehen.
Ja, die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen kann aus unserer Sicht ein sinnvoller Beitrag zu mehr Sicherheit im Radverkehr sein. Uns ist wichtig, dass Menschen – gerade auch Kinder und Jugendliche – sicher und entspannt mit dem Fahrrad unterwegs sein können. Wenn eine Straße dafür geeignet ist, kann eine Fahrradstraße genau diesen Schutz bieten, weil sie den Radverkehr klar priorisiert und Konflikte reduziert. Die CDU steht solchen Maßnahmen offen gegenüber und ist jederzeit bereit, mögliche neue Fahrradstraßen sorgfältig zu prüfen. Entscheidend ist für uns, dass jede Lösung vor Ort passt, die Sicherheit tatsächlich erhöht und von den Anwohnerinnen und Anwohnern mitgetragen wird. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können wir die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen gut unterstützen.
Ja. Wir arbeiten an der Verkehrswende (weniger Autoverkehr, mehr Fußgänger-, Fahrrad- und öffentlicher Nahverkehr), und dazu braucht es entsprechende Angebote und Investitionen.
Das Konzept Fahrradstraße (Bespiel Talstraße Lorsbach) wird durch Teilnehmende des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) leider oft nicht verstanden bzw. nicht erkannt. Es ergeben sich mitunter, analog des Fußgängerverhaltens in verkehrsberuhigten Bereichen, riskante Situationen für Diejenigen, die ihr Nutzungsrecht wahren wollen. Das muss aus unserer Sicht nüchtern und ohne symbolpolitische Diskussionen evaluiert werden.
Wir setzen uns für den Ausbau eines sicheren Radwegenetzes in allen Stadtteilen ein, um unsere Stadtteile besser miteinander zu vernetzen. Insbesondere an Verkehrsknotenpunkten wie dem (Bus)bahnhof benötigen wir mehr sicherere Abstellplätze für Fahrräder und Pedelecs. Darüber hinaus sollten sichere Abstellanlagen für Fahrräder und Pedelecs mit öffentlicher Ladeinfrastruktur für E-Bikes und Pedelecs verbunden werden, um das sichere Abstellen von Fahrrädern mit dem Laden von E-Bikes kombinieren zu können. Zudem sollten Radwege besser beschildert und beleuchtet werden, damit sich Radfahrende besser zurechtfinden und sicherer fühlen können. Unsere SPD-Fraktion hat in der laufenden Wahlperiode deshalb auch eine Anfrage gestellt, die sich der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Nahmobilitätsplan, insbesondere der Erstellung eines kommunalen Radwegekonzepts sowie Vorstellung möglicher Umsetzungsvarianten für Car- und Bike-Sharing-Angebote (STV2024/029) gewidmet hat.
12) Befürworten Sie die Änderung der Stellplatzsatzung, um die Errichtung von Fahrradabstellanlagen (Fahrradboxen) auf privaten Stellplätzen zu ermöglichen?
Andere Satzungen und Gebührenstrukturen sehen wir hier vorrangig, da sie die unmittelbare Finanzlage der Stadt Hofheim betreffen. Die Verwaltung ist derzeit mit vielen Aufgaben zur Finanzlage stark beansprucht und die Stellplatzsatzung wurde gerade erst überarbeitet.
Die aktuelle Stellplatzsatzung, die auch Regelungen zu Fahrradabstellanlagen enthält, wurde im Februar 2023 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Den Anstoß zu dieser überarbeiteten Stellplatzsatzung gab ein entsprechender Antrag der Grünen. Letztlich entstand u.a. mit der erstmaligen Einbeziehung von zu errichtenden Fahrradabstellplätzen und der Möglichkeit zur Einreichung von Mobilitätskonzepten zur Umsetzung von E-Car-Sharing Projekten eine Stellplatzsatzung, die eine nachhaltige sowie zukunftsfähige Mobilität unterstützt.
Wir können uns eine solche Anpassung der Stellplatzsatzung gut vorstellen. Sichere und wettergeschützte Abstellmöglichkeiten sind ein wichtiger Baustein, um den Radverkehr attraktiver und alltagstauglicher zu machen. Deshalb stehen wir der Idee offen gegenüber, private Stellplätze künftig auch für Fahrradboxen nutzen zu können. Entscheidend ist für uns, die bestehende Stellplatzsatzung sorgfältig zu prüfen und – wenn die Rahmenbedingungen passen – entsprechende Änderungen auf den Weg zu bringen.
Nein. Fahrzeuge sind eine Belastung des öffentlichen Raumes, und wer baut, muss auch Stellflächen für Kraftfahrzeuge bereitstellen. Eine Verringerung des Autoverkehrs bedeutet nicht automatisch eine Verringerung des Fahrzeugbestandes.
Aus unserer Sicht ist diese Diskussion (noch) nicht zu führen. Erst wenn Haushalte ohne Kraftfahrzeuge in der Relation an Bedeutung gewinnen sollten, stellen sich derartige Fragen. Die Entscheidung auf MIV-Verzicht würde wiederum durch eine Änderung der Stellplatzsatzung zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennenswert beeinflusst.
In der laufenden Wahlperiode wurde die Stellplatzsatzung bereits dahingehend geändert, dass die Zahl von Fahrradabstellplätzen sowie deren Größe, Gestaltung und Lage festgeschrieben wurden. Zudem können bis zu 25 % der notwendigen Stellplätze (PKW-Stellplätze) durch die Schaffung von Abstellplätzen (Fahrradabstellplätze) ersetzt werden. Dabei sind für einen notwendigen Stellplatz vier Abstellplätze herzustellen (§ 5 Abs. 3 der Stellplatzsatzung der Stadt Hofheim). Diese Novellierung, die breite Zustimmung fand, stellt einen großen Fortschritt dar.
Autoverkehr
13) Befürworten Sie eine kostendeckende Parkraumbewirtschaftung auf allen Straßen in Hofheim sowie deren Überwachung?
Parkraum im öffentlichen Raum ist wertvoll. Eine faire Bepreisung, die die Verwaltungs- und Instandhaltungskosten deckt, ist sinnvoll, um Fehlanreize zu vermeiden und den Suchverkehr zu reduzieren. Wir bauen hier auf die Ergebnisse des breit aufgestellten Arbeitskreises Verkehr, um zu einer für alle ausgewogenen Lösung zu kommen. Die Parkraumbewirtschaftung ist am 24.02.2026 unter Tagesordnungspunkt 5 auf der Tagesordnung des Planungsausschusses.
Wir befürworten eine kostendeckende Parkraumbewirtschaftung auf allen Straßen in Hofheim. Das gilt auch für die Ortsteile.
Wir stehen einer kostendeckenden Parkraumbewirtschaftung nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, aber für uns hat klar Priorität, dass der bestehende Parkraum zuverlässig überwacht wird. Eine funktionierende Kontrolle an den aktuellen Standorten ist entscheidend, damit Regeln eingehalten werden und die Parksituation fair bleibt. Sehr positiv bewerten wir zudem, dass der Bereich der Ostendstraße in die Parkraumbewirtschaftung aufgenommen wurde – dort kann dies spürbar zur Entlastung beitragen. Und selbstverständlich können aus unserer Sicht auch weitere Orte geprüft werden, wenn sich dort eine geordnete Bewirtschaftung als sinnvoll und hilfreich erweist.
Parkraumbewirtschaftung ja. Aber was verstehen Sie unter „kostendeckend“? Wir müssen erkennen, dass der Autoverkehr die stärkste Beeinträchtigung des öffentlichen Raumes der Innenstädte ist. Deshalb muss das Ziel sein, den Autoverkehr soweit wie möglich zu verringern und aus den Innenstädten herauszuhalten. Das gilt auch für den „ruhenden Verkehr“, wobei wir den Ansatz verfolgen, dass Parken im Parkhaus billiger sein muss als am Straßenrand. Parkraumbewirtschaftung auf allen Straßen in allen Ortsteilen wird weder möglich sein (personelle Kapazitäten), noch erforderlich, aber in der Innenstadt ist eine solche anzustreben.
Anmerkung:
Was uns in Ihrem Katalog fehlt, ist die Frage der Verkehrsvermeidung. Weniger motorisierter Verkehr entsteht z.B. dadurch, dass es wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf und Kinderbetreuungsmöglichkeiten im Stadt-/Ortsteil gibt, ärztliche Versorgung, Apotheken, Cafés, Gaststätten usw.
Grundsätzlich ja, die Stadtpolizei ist aber derzeit nur im Verhältnis von 50 bis 60 einsatzfähig. Die Leistungsfähigkeit muss im Sinne eines entsprechenden Personalmanagements wieder hergestellt werden. Eventuell wäre die Aktivierung des „Freiwilligen Polizeidienstes“ mit Bestellung der Freiwilligen für die Aufgabe der Überwachung des ruhenden Verkehrs eine Lösung. Sozialverträgliche Lösungen für Anwohner sind aber im Übrigen stets mit zu überdenken.
Eine moderne Verkehrspolitik braucht kluge Lösungen und eine smarte Steuerung. Durch digitale Systeme können der Verkehrsfluss und der Park(such-)verkehr effizienter gestaltet werden. Wir möchten den motorisierten Verkehr in der Innenstadt minimieren. Dies setzt jedoch voraus, dass alternative Lösungen geschaffen werden. So können kostengünstige Parkplätze im Chinon Center oder am Bahnhof dazu anregen, auf das Parken in der Innenstadt zu verzichten. Dementsprechend sollte die Parkraumbewirtschaftung ganzheitlich betrachtet werden und zwischen den Parkplätzen in der Innenstadt und den Parkhäusern differenziert werden.
Stadtgrün und Biodiversität
14) Unterstützen Sie Entsiegelungen auf öffentlichen Plätzen und deren Begrünung ggfs. auch auf Kosten von Parkplätzen?
Ja. Wasser muss versickern können (Schwammstadt-Prinzip). Wo Parkplätze einer höheren Lebensqualität oder dem Klimaschutz weichen, ist dies im Sinne der Stadtgemeinschaft.
Eines der wichtigsten Anliegen der Hofheimer Grünen ist die Entsiegelung öffentlicher Plätze und deren Begrünung, gegebenenfalls auch auf Kosten von Parkplätzen. Allerdings sind wir der Meinung, dass speziell in Hofheim das Parkhaus in der Innenstadt bei weitem nicht in dem Maße genutzt wird, wie es möglich wäre. Darum sehen wir den Parkdruck nicht als Argument gegen Begrünung.
Entsiegelungen und zusätzliche Begrünung können einen wichtigen Beitrag zu einem angenehmeren Stadtklima, mehr Aufenthaltsqualität und besserer Biodiversität leisten – das unterstützen wir grundsätzlich. Im Wahlprogramm betonen wir, dass Hofheim klimafester und grüner werden soll, wo immer es sinnvoll und umsetzbar ist. Gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit den städtischen Finanzen umgehen, denn jede Entsiegelungsmaßnahme verursacht Kosten für Planung, Umsetzung und Pflege. Wichtig ist uns außerdem, dass solche Projekte im Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen und der lokalen Wirtschaft stehen. Parkplätze spielen gerade in der Innenstadt eine relevante Rolle für Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistungen. Deshalb sollte jede Maßnahme sorgfältig abgewogen werden: Wo bringt Begrünung einen echten Mehrwert für Klima und Lebensqualität, und wo sind Parkplätze unverzichtbar, um die Erreichbarkeit zu sichern.
Unser Ziel ist ein ausgewogener Ansatz, der ökologische Verbesserungen ermöglicht, ohne die wirtschaftliche Vitalität der Stadt zu beeinträchtigen – beides gehört für uns zu einem lebenswerten Hofheim.
Ja. Es geht um die Eindämmung des Klimawandels und um dringend notwendige Klimaanpassungsmaßnahmen. Fahrzeuge tragen überproportional zu der Wärmebelastung von versiegelten Flächen bei (das lässt sich leicht überprüfen – berühren Sie das Blech von Fahrzeugen, die einige Zeit in praller Sonne gestanden haben). Deshalb sind auch Abstellmöglichkeiten für Autos in der warmen Jahreszeit problematisch. Der Kellereiplatz und seine Umgebung sind im Sommer Hofheims heißeste Stellen. Wir müssen davon ausgehen, dass sich dort ohne Veränderung zukünftig kein Mensch mehr aufhalten kann. Das kann nicht im Interesse Hofheims sein. Deshalb muss auch der Kellereiplatz nicht nur autofrei, sondern auch entsiegelt und begrünt werden.
Ja, insbesondere bei Sanierungen. Entsiegelung verbessert Klimaresilienz; punktueller Wegfall von Parkplätzen wäre je nach Einzelfall vertretbar. In der Hofheimer Innenstadt sollten zunächst die Bereiche entsiegelt werden, bei denen ohnehin Gebäudeabrisse oder Platzsanierungen unvermeidbar anstehen.
Die SPD steht für eine klimaangepasste Bepflanzung von Straßen, Plätzen und Spielplätzen ein. Wir setzen uns dafür ein, dass ein breiter Konsens zwischen den widerstreitenden Interessen (Parkplätze, Stadtfeste, Entsiegelung, Begrünung) gefunden wird. Deshalb haben wir im Rahmen der Haushaltsberatung beantragt, dass im Hinblick auf die finanzielle Situation der Stadt Hofheim und der schwelenden Debatte um mehr Grün (in der Innenstadt), in der versucht wird, Kultur und Klimaschutz gegeneinander auszuspielen, unter einer breiten Beteiligung der Öffentlichkeit, ein Konzept für Finanzierung, Standorte etc. unserer Stadtfeste erarbeitet werden sollte.
15) Welche Maßnahmen halten Sie für notwendig, um die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum auch bei Hitze zu gewährleisten? (Beispiel Kellereiplatz)
Wir brauchen mehr „Schattenoasen“. Entsiegelungen und Bäume, wo es unter Abwägungsaspekten möglich ist, Trinkbrunnen und ggf. Fassadenbegrünungen oder Segelkonstruktionen gegen Hitzehotspots. Die Finanzierung und Pflege stellen wir uns über Förderanträge und Bürgerbeteiligung vor. Einen entsprechenden Haushaltsantrag haben wir eingebracht.
Um die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bei Hitze zu gewährleisten, ist die Anpflanzung von schattenspendenden Bäumen notwendig. Bänke in der Nähe von Bäumen, Trinkwasserbrunnen in guter Erreichbarkeit. Sollte nicht die Möglichkeit von Baumpflanzungen bestehen, kann natürlich auch mit mit künstlich erzeugten Schatten gearbeitet werden. Grundsätzlich ist natürlich darauf zu achten überall, wo es möglich ist, Versiegelung rückgängig zu machen. Wir setzen uns ein für die Schaffung weiterer naturnaher Grünflächen im Stadtbereich sowie die Aufwertung und Pflege der vorhandenen Grünflächen und die Erarbeitung und Umsetzung eines Hitzeschutz-Aktionsplans. Die Hofheimer Grünen sehen die Einrichtung von Trinkwasserbrunnen im öffentlichen Raum als Aufgabe der Daseinsfürsorge und als Maßnahme im Sinne der Klimaanpassung (Schutz vor Hitze). Ein entsprechender Antrag wurde bereits 2019 erstmals von den Grünen im Ortsbeirat Kernstadt gestellt, dann 2022 in der Stadtverordnetenversammlung. Der erste Hofheimer Trinkwasserbrunnen wurde nach vielen Ausschussrunden 2025 endlich beschlossen, am Kellereigebäude installiert und in Betrieb genommen. Wir setzen uns für die Errichtung weiterer öffentlicher Trinkwasserbrunnen in allen Stadtteilen ein.
Die CDU spricht sich für mehr Stadtgrün, eine hitzeresistente Bepflanzung und Maßnahmen im Sinne des Schwammstadtprinzips aus. Bei allen Maßnahmen sollte jedoch darauf geachtet werden mögliche Plätze in Ihrer Funktion und Nutzung nicht zu beschränken. Außerdem sind wir der Meinung, dass es auch nicht nachhaltig ist einen aktuell tadellosen Platz mit monetärem hohem Aufwand komplett umzubauen.
Entsiegelung, Begrünung, Anpflanzung von großen schattenspendenden Bäumen, Springbrunnen und Wasserspielflächen
Unsere Position zum Kellereiplatz: Gebäude Elisabethenstraße 3 an der Platzkante zunächst erhalten und einer „lebendigen Nutzung“ (Sozialkontrolle) zuführen, Entsiegelung durch Teilabriss des eingeschossigen Längsriegels (Garagentrakt) und Entwicklung des Areals mit adäquater Bürgerbeteiligung. Schaffen von Schattenbereichen und Gestalten mit dem Element Wasser (ggf. direkt am Wasserschloss) gehören dazu.
Die zunehmende Hitze in der Stadt belastet Menschen, Tiere und Pflanzen. Wir wollen Hofheim klimafest machen und gleichzeitig die Lebensqualität erhöhen. Die Begrünung von Dächern und Fassaden öffentlicher Gebäude kann dazu beitragen, das Mikroklima zu verbessern.
16) Welche Maßnahmen sollen ergriffen werden, um die Biodiversität im öffentlichen Raum weiter zu fördern?
Umwandlung von Schotterflächen in Blühstreifen, Entsiegelung wo es möglich ist, Verzicht auf Pestizide und eine langfristig geplante insektenfreundliche Beleuchtung im öffentlichen Raum.
Die Biodiversität im öffentlichen Raum zu fördern, ist uns ein wichtiges Anliegen, z.B. durch die Schaffung weiterer naturnaher Grünflächen mit heimischen Pflanzen und Wildblumen im Stadtbereich sowie die Aufwertung und Pflege der vorhandenen Grünflächen, das Pflanzen von Stadtbereich sowie die Aufwertung und Pflege der vorhandenen Grünflächen, das Pflanzen von Bäumen, Dach- und Fassadenbegrünung, die Bereitstellung von Wasserstellen, die Stärkung von natürlichen Wasserkreisläufen und das Belassen von Totholz und Laub in Ecken, wo dies möglich ist. Konsequent vorgegangen werden sollte gegen Lichtverschmutzung. Unser Vorbild ist dabei die Sternenstadt Fulda.
Die Förderung der Biodiversität ist uns ein echtes Anliegen, denn sie trägt unmittelbar zu Lebensqualität, Klimaschutz und einem gesunden Stadtklima bei. Im Wahlprogramm setzen wir klare Schwerpunkte: Mehr Stadtgrün, hitzeresistente Bepflanzung und zusätzliche naturnahe Strukturen sollen Hofheim widerstandsfähiger und ökologisch vielfältiger machen. Ebenso unterstützen wir die Ausweitung von Blühflächen, die Förderung von Solarenergie auf öffentlichen und privaten Gebäuden sowie eine nachhaltige Stadtentwicklung, die bestehende Grünräume erhält und neue schafft. All diese Maßnahmen stärken die Artenvielfalt im öffentlichen Raum und machen Hofheim gleichzeitig klimafester und lebenswerter.
Heimische und insektenfreundliche Wildpflanzen auswählen, sogenannte Unkräuter dulden, Wasserstellen für Tiere mit einplanen, keine Pestizide und Salze verwenden, wilde Ecken zulassen, weniger Lichtverschmutzung.
Blühflächen statt Schotter oder Rasen, heimische Pflanzen, naturnahe Pflege.
Aus unserer Sicht können Naturwälder und -flächen für mehr Biodiversität sorgen. Zudem möchten wir naturnahe und insektenfreundliche Gärten und Balkone fördern, um die Artenvielfalt zu erhalten.
Wald im Klimawandel
17) Welche Maßnahmen halten Sie für sinnvoll, um die Funktion des Waldes im Klimawandel zu erhalten?
Der Hofheimer Stadtwald ist nicht länger als Einnahmequelle durch Holzverkauf zu betrachten, sondern als unsere wichtigste Lebensversicherung gegen die Klimakrise. Um seine Funktionen als Wasserspeicher, CO2-Senke und Erholungsraum zu retten, setzen wir auf folgende vier Säulen:
1. Drastische Reduktion des Einschlags: Der Wald ist durch Trockenheit und Schädlinge massiv unter Stress. In dieser Schwächephase darf ihm nicht durch übermäßigen Holzeinschlag zusätzliche Energie entzogen werden. Wir wollen, den Einschlag reduzieren. Jeder Baum, der steht bleibt, beschattet den Waldboden und schützt das lokale Mikroklima.
2. Stilllegung von Waldflächen (Naturwald-Entwicklung): Wir setzen uns dafür ein, signifikante Anteile des Stadtwaldes komplett aus der Nutzung zu nehmen. Auf diesen Stilllegungsflächen darf sich der Wald nach seinen eigenen Gesetzen entwickeln. Totholz bleibt liegen, speichert Feuchtigkeit und bietet Lebensraum für eine hohe Biodiversität. Solche Urwälder von morgen sind deutlich resilienter gegen Extremwetterereignisse als forstwirtschaftlich optimierte Bestände.
3. Schonende Bewirtschaftung. Dort, wo eingegriffen werden muss, darf dies nur unter strengsten ökologischen Auflagen geschehen. Wir stehen für die Beibehaltung von FSC und PEVC und die strikte Einhaltung der Siegel. Zudem soll konsequent die Bedingungen des Klimaangepassten Waldmanagements und der Naturschutzleitlinie umgesetzt werden. Biodiversität hat im Zweifel immer Vorrang vor der Bewirtschaftung.
4. Konsequenter Wasserrückhalt im Wald. Wasser ist das kostbarste Gut im Wald. Jeder Tropfen Regen muss im System gehalten werden, statt über Entwässerungsgräben und Forstwege schnell abzufließen.
Der Klimawandel wirkt vielfältig auf unseren Stadtwald. Trockenheit, Sturm, Starkregenereignisse, Schädlingsaufkommen, Rückgang der Artenvielfalt lösen Stress im Ökosystem aus und gefährden die Zukunft unseres Waldes. Hofheim gehört zu den waldreichsten Städten des Main-Taunus-Kreises. Was können wir auf kommunaler Ebene tun, um unseren Wald klimastabil zu machen und seine vielfältige Funktion als Erholungsraum, Rohstofflieferant und wertvolles Ökosystem zu erhalten? Der Maßnahmenkatalog für einen zukünftigen klimastabilen Waldaufbau sollte vielfältig aufgestellt sein. Vorhandene und ausgewiesene Schutzgebiete (Naturschutz-, Biotopschutzflächen, FFH Gebiete) müssen mit Unterstützung der verantwortlichen Stellen (UNB, ONB, Forstbehörde, …) in enger Zusammenarbeit weiterentwickelt werden. Forstwirtschaftliche Eingriffe, wie z.B. Holznutzung, müssen mit ihrer Wirkung auf das Ökosystem bewertet werden. Mitarbeitende des Fachbereichs sollten sich regelmäßig fortbilden zu nachhaltiger Waldbewirtschaftung im Klimawandel. Die Kontrolle und Beratung im Rahmen der Einhaltung der FSC-Standards (jährliches Audit) überwacht nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden und fördert Transparenz. Fördermittel im Rahmen des Programms Klimaangepasstes Waldmanagement sollten zielgerichtet zum Erhalt der Biodiversität und zum Gewässerrückhalt im Wald eingesetzt werden. Bei forstwirtschaftlichen Maßnahmen müssen bodenschützende Verfahren eingehalten werden. Naturverjüngung zu fördern ist ein wichtiger Baustein, um den Bestand aus standortangepassten Baumarten vor Ort zu erneuern. Verbissschäden dürfen die Naturverjüngung nicht gefährden. Mit der Fachbereichsleitung, Forstwirten, Landwirten Jägern und NGOs sollte ein zukunftsfähiges Wildtiermanagement für den Kommunalwald entwickelt werden. Zum Aufbau eines naturnahen Mischwaldes sollte ein Teil der Freiflächen entsprechend den Empfehlungen der Forstlichen Entwicklungsanstalten mit klimaresilienten, heimischen Baumarten entwickelt werden. Außerdem sollten Stilllegungsflächen ausgewiesen werden. Eine Möglichkeit eigendynamischen Waldentwicklung unter Klimaveränderung zuzulassen. Damit erhalten und entwickeln wir Lebensräume und Artenvielfalt.
Der Wald ist für Hofheim ein zentraler Erholungs‑, Natur‑ und Klimaraum, und seine Zukunft im Klimawandel zu sichern, hat für uns einen hohen Stellenwert. Im Wahlprogramm betonen wir, dass der Stadtwald behutsam weiterentwickelt und als Naturerholungsgebiet gestärkt werden soll. Ein wichtiges Element sind dabei die geplanten Himmels‑Teiche, die Regenwasser speichern, das Mikroklima verbessern und neue Lebensräume schaffen. Ebenso setzen wir auf eine nachhaltige, naturnahe Bewirtschaftung, die den Wald widerstandsfähiger macht und seine ökologische Vielfalt erhält. Auch der Erhalt wertvoller Strukturen wie des Wildgeheges ist uns wichtig, weil sie Naturerlebnis, Umweltbildung und Artenvielfalt miteinander verbinden. Mit diesen Maßnahmen wollen wir sicherstellen, dass der Wald seine Funktionen als Klimaschützer, Lebensraum und Erholungsort auch in Zukunft erfüllen kann.
60% der im Wald lebenden Insektenarten sind rückläufig. Vier von fünf Bäumen sind krank. Der Wald in Deutschland gibt seit 2019 mehr Kohlenstoff ab, als er aufnimmt. Dem muss man gegensteuern. Für Hofheim bedeutet dies, dass Stadtverordnetenbeschlüsse umgesetzt werden müssen. (Das heißt: Vorgaben von FSC, Naturschutzleitlinie 2022, der EU zu FFH-Gebieten, Boden und Wasser sind einzuhalten). Ein aktuelles Gutachten zur Artenvielfalt des Kapellenbergs fordert den Verzicht der Holzwirtschaft auf etwa 1/3 dieser Waldfläche. Das muss umgesetzt werden. Ein Schutz gegen Hitze und Trockenstress sind geschlossene Laubmischwälder. Unsere Wälder werden nur 120 Jahre alt. Urwälder enthalten Altersklassen bis zu 800 Jahren. Naturwälder sind besser gegen den Klimawandel aufgestellt. Deshalb werben wir für das Förderprogramm der Bundesregierung, größere zusammenhängende Teile des Waldes aus der Nutzung zu nehmen, damit sich dort die Natur frei entfalten kann. Für den dauerhaften Nutzungsverzicht erhält die Stadt eine Entschädigung in Millionenhöhe. Kurz gesagt: Einige Teile des Waldes werden nicht mehr bewirtschaftet. Der Rest muss naturnah und bodenschonend bewirtschaftet werden. Nichtheimische Baumarten lehnen wir ab.
Teilweise Flächenstilllegungen erscheinen auch vor dem Hintergrund der Partizipation an verschiedenen Förderprogrammen anstrebenswert. Entwicklung zu klimaresilienterem Mischwald fördern, nachhaltige (Teil-) Bewirtschaftung.
Der Wald ist unser wichtigstes Naherholungsgebiet und spielt eine zentrale Rolle für den Klima- und Artenschutz. Trockenheit und Extremwetter bedrohen ihn massiv. Wir setzen uns für eine ökologische Waldbewirtschaftung nach FSC-Standards und Naturschutzleitlinien ein. Habitatbäume, Totholz und Laubmischwälder dienen der Artenvielfalt und der Wasserspeicherung. Durch angepasstes Jagdmanagement wollen wir zudem die Naturverjüngung schützen.
Thema Energie- und Wärmewende
18) Wie unterstützen Sie die Energiewende, d. h. die Abkehr von fossilen Brennstoffen?
Wir unterstützen den Ausbau von Photovoltaik auf städtischen Dächern und die Förderung von Bürgerenergiegenossenschaften sowie den Ausbau der Fernwärme/Nahwärmenetze.
Der Klimawandel lässt sich nicht verbieten oder ignorieren: Er schreitet voran und die Folgen sind auch in Hofheim spürbar. Leider hat der Stellenwert des Klimaschutzes und der dafür notwendigen Energiewende bei den anderen Parteien in Hofheim deutlich nachgelassen. Bündnis 90/Die Grünen in Hofheim sehen die Energiewende weiterhin als vordringliche kommunale Aufgabe an und werden darauf drängen, die mit dem Klimaschutzkonzept beschlossenen Maßnahmen konsequent umzusetzen. Neben Informationskampagnen zur Installation von PV-Anlagen auf Privathäusern sollten auch zunehmend Firmeninhaber angesprochen werden, PV-Anlagen auf ihren Gebäuden zu errichten. Bei der Bauleitplanung treten wir bei neuen Baugebieten (Gewerbe und Wohnen) für eine Solarpflicht ein. Darüber hinaus gilt es, die mit dem Klimaschutzkonzept beschlossenen Machbarkeitsstudien zu Freiflächen- und Agri-PV-Anlagen in Auftrag zu geben und die Ergebnisse umzusetzen. Dabei gilt für uns, dass durch PV-Freiflächenanlagen keine Einschränkung der landwirtschaftlichen Nutzung erfolgen darf (Freiflächenanlagen z.B. entlang der A66). Ideal ist für uns die Doppelnutzung beispielsweise von Erdbeerfeldern mit überbauter Photovoltaik (Agri-PV). Hier müssen die sich bietenden Flächen in Zusammenarbeit mit den Landwirten konsequent genutzt werden. Aufgrund des fehlenden Problembewusstseins hinsichtlich der Energiewende setzen wir auf die Hofheimer Bürgerinnen und Bürger: Ein Bürgerentscheid über die Nutzung von Windenergie auf den dafür ausgewiesenen Flächen bringt Klarheit zu einem Projekt, welches einen Großteil des Strombedarfes der Stadt Hofheim aus erneuerbarer Energie erzeugen und damit einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende in Hofheim leisten könnte. Ebenso trägt die Bürgerenergiegenossenschaft SolarInvest mit ihren PV-Anlagen zur Energiewende bei und bietet gleichzeitig allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit der (finanziellen) Teilhabe. Wir Grünen unterstützen die Aktivitäten der Genossenschaft.
Die Energiewende unterstützen wir mit großer Überzeugung, weil sie entscheidend für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Zukunft ist. Im Wahlprogramm setzen wir klare Schwerpunkte: Wir fördern den Ausbau von Solarenergie auf öffentlichen wie auch auf privaten Gebäuden und stärken damit die lokale, erneuerbare Stromerzeugung. Gleichzeitig setzen wir auf eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Ressourcen schont, Energieeffizienz verbessert und klimafreundliche Lösungen in den Mittelpunkt stellt. Mit diesen Maßnahmen leisten wir einen aktiven Beitrag zur Abkehr von fossilen Brennstoffen und unterstützen eine moderne, zukunftsfähige Energiepolitik für Hofheim.
Wir fördern die Energiewende auf kommunaler Ebene in den Sektoren Wald und Natur, Gebäudebestand und Verkehr durch unser kommunalpolitisches Programm, Informationen (Flyer, Infoblätter) , Vortragsveranstaltungen, Zusammenarbeit mit B ürgerbewegungen (HLA 21, Solar-Invest, Nah-Car, Arbeitskreis Energie der Stadt Hofheim und der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt), Angebot von Technischer Wärmeberatung
Fortschreibung der energetischen Sanierung kommunaler Gebäude soweit finanziell darstellbar, Beratung für Bürger/-innen und Unternehmen, konsequente Nutzung von Förderprogrammen. Die Photovoltaik ist nicht nur eine Alternative auf städtischen Dächern, Entwicklungen der sogenannten „Agrar-Photovoltaik“ wären in Zusammenarbeit mit den Orts- und Kreislandwirten zu prüfen. Windgroßanlagen unter Abholzung unserer Wälder in den Langenhainer Vorranggebieten stehen absolut nicht im Verhältnis und werden von uns weiter konsequent abgelehnt.
Die Stadt muss beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen und dabei die Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Unternehmen einbeziehen. Die Solar-Infotage können hierfür als gutes Beispiel dienen. Wir möchten Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden, Parkhäusern und Neubauten ausbauen. So könnte die Stadt Hofheim ihrer Vorbildfunktion nachkommen und hätte zugleich ökonomische Vorteile. Zudem möchten wir für einen weiteren Ausbau der Solarenergie die Energie-Infotage fortsetzen. Darüber hinaus möchten wir die Arbeit der Klimaschutz- und Klimaanpassungsmanager dauerhaft verstetigen, um die Bemühungen langfristig fortzusetzen.
19) Fordern und fördern Sie das Heizen mit Wärmepumpen beim Bau von Mehr- und Einfamilienhäusern?
Wir befürworten die Beratung und setzen bei städtischen Neubauten konsequent auf Wärmepumpen-Technologie. Anreize für private Bauherren sind ein wichtiger Hebel. Einen finanziellen Anreiz kann es derzeit u.E. aufgrund der Finanzlage nur gegenfinanziert geben. Wir würden ihn befürworten.
Bündnis 90/Die Grünen begrüßen die Wärmeplanung der Stadt Hofheim und drängen auf eine konsequente Umsetzung der darin beschlossenen Maßnahmen. Dazu gehört neben gezielten Informationen für Hausbesitzerinnen und -besitzer auch die Errichtung von Wärmenetzen dort, wo es technisch und wirtschaftlich machbar ist. Das gilt insbesondere für die Nutzung der Abwärme aus dem geplanten Rechenzentrum in Marxheim sowie die Wärmeversorgung in der Altstadt, wo die dichte Bebauung die Installation von Einzel-Wärmepumpen für jedes Haus nahezu unmöglich macht. Ein wichtiger Akteur bei der Wärmewende ist die stadteigene Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft HWB mit ihrem Bestand von über 1.600 Wohnungen im Stadtgebiet. Bündnis 90/Die Grünen werden darauf drängen, dass die Klimaschutzstrategie der Gesellschaft prioritär auf die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ausgerichtet wird.
Wir stehen modernen, klimafreundlichen Heiztechnologien grundsätzlich offen gegenüber, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Reduzierung fossiler Brennstoffe. Wärmepumpen können dabei – gerade im Neubau – eine sehr effiziente und zukunftsfähige Lösung sein. Im Wahlprogramm betonen wir, dass wir den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen und nachhaltige Stadtentwicklung fördern. Vor diesem Hintergrund können wir uns gut vorstellen, den Einsatz von Wärmepumpen beim Bau von Ein‑ und Mehrfamilienhäusern zu unterstützen, sofern die örtlichen Gegebenheiten passen und die Technik sinnvoll eingesetzt werden kann. Wichtig ist uns dabei immer eine ausgewogene, praxisnahe Betrachtung, die sowohl Klimaschutz als auch Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit im Blick behält.
Ja, durch politisches Handeln und durch unser o.g. Engagement.
Ja, unter Umständen als bevorzugte Lösung bei Neubauten. Kombinationen mit kommunaler Wärmeplanung und Alternativen im Sinne einer technologieoffenen Beratung sollten aber ebenso ihren Platz finden.
Als Sozialdemokraten stehen wir für eine sozialverträgliche Energiewende. Dies bedeutet zum einen, dass Ängste ernst genommen und zum anderen finanziellen Überlastungen abgefangen werden müssen. So könnte z.B. eine Bürgerberatungsstelle für Klimaschutz und Energiewende fundiertes Wissen vermitteln und möglichen Unsicherheiten oder Vorurteilen vorbeugen. So könnte u.a. auf Förderungen der KFW für den Kauf und den Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung aufmerksam gemacht werden.
Fair-Trade-Stadt Hofheim
20) Wie wollen Sie die Stadt Hofheim in ihrem Wirken noch fairer machen?
Wir befürworten den Fair-Trade-Gedanken sehr. Da die aktuelle Finanzlage Hofheims wenig Spielraum lässt, setzen wir auf Maßnahmen, die kein Geld kosten, aber Wirkung zeigen: • Vernetzung: Bestehende Vereine, Weltläden und Schulen besser vernetzen, um fairen Handel ohne städtische Zuschüsse sichtbarer zu machen. • Öffentlichkeitsarbeit: Die Stadt nutzt ihre vorhandenen Kanäle (Website, Social Media), um faire Angebote des lokalen Handels kostenlos zu bewerben.
Bündnis 90/Die Grünen unterstützen die städtischen Fairtrade-Aktivitäten ebenso wie die Anstrengungen diesbezüglich auf regionaler Ebene durch Rhein-Main-Fair. Dabei geht es uns zum einen darum, unsere Verantwortung gegenüber dem globalen Süden wahrzunehmen und zum anderen, nachhaltiges Handeln voran zu treiben. Faire und nachhaltige Beschaffung und Vergabe sollten beispielsweise stärker in der städtischen Verwaltung berücksichtigt werden. Wir unterstützen die Hofheimer Lokale Agenda bei ihrem Ansinnen der Nachhaltigkeitsberichterstattung und der Aktivitäten hinsichtlich einer nachhaltigen Stadt Hofheim.
Hofheim ist seit vielen Jahren Fair‑Trade‑Stadt und engagiert sich sichtbar für gerechte Handelsstrukturen. Seit dem 17. Januar 2012 trägt die Stadt offiziell den Titel „Fairtrade‑Stadt“ und gehört damit zu einem weltweiten Netzwerk von Kommunen, die sich aktiv für fairen Handel einsetzen. Dieses Engagement zeigt sich unter anderem in Aktionen wie der Fairen Woche, an der sich Hofheim und der gesamte Main‑Taunus‑Kreis regelmäßig beteiligen, um Verbraucherinnen und Verbraucher für globale Zusammenhänge und faire Produktionsbedingungen zu sensibilisieren.
Um Hofheim in seinem Wirken noch fairer zu machen, braucht es jedoch nicht nur städtische Initiativen, sondern auch die Beteiligung jedes Einzelnen. Faire Entscheidungen beim Einkaufen, die Unterstützung lokaler Initiativen, der Besuch von Fair‑Trade‑Veranstaltungen oder der bewusste Umgang mit Ressourcen – all das trägt dazu bei, dass Fairness im Alltag spürbar wird. Die Stadt kann Rahmenbedingungen schaffen und Impulse geben, doch wirklich fairer wird Hofheim dann, wenn viele Menschen diesen Weg gemeinsam gehen
Sofern möglich und finanziell darstellbar: Faire Beschaffung (öffentliche Aufträge und Beschaffungen), regionale Produkte stärken, Bildungsarbeit zu nachhaltigem Konsum, Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen.
Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass wir bewusst einkaufen, produzieren und konsumieren. Hofheim ist bereits „Fairtrade-Stadt“ – wir wollen die Bemühungen in diesem Zusammenhang jedoch noch weiter ausbauen. Wir setzen uns für eine faire und nachhaltige Beschaffung in der Stadtverwaltung sowie Mehrweg- und Recyclingkonzepte bei städtischen Veranstaltungen ein, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir wollen die Initiative „Gelbes Band“ fortsetzen. Dabei werden Obstbäume mit einem gelben Band markieren, welches anzeigt, dass die Früchte dieser Bäume kostenlos und ohne Rücksprache geerntet werden dürfen, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Zudem können wir uns eine Bibliothek der Dinge“ in der Stadtbücherei vorstellen. Dies bedeutet, dass die Möglichkeit geschaffen werden würde, auch andere Gegenstände als Bücher in der Stadtbücherei ausleihen zu können.